Die Lahmlegung des Menschen. Je schneller die schier endlosen Impulse auf ihn prallen, desto langsamer reagiert er. Als Meister der Koketterie und mangelnder Selbstkritik trotz üppiger Selbstbeobachtung, mehr denn je, fällt ihm seine Blauäugigkeit unter dem schweren Massenteppich nicht auf. Ja, deshalb gehe ich a u f diesen Fußabstreifer lieber im Dunkeln auf der Suche nach der Rue Laguénésie, versonnen, aber im Traume meiner Bewandtnis des ungekannten Dahinlebens klar, als von der Masse vereinnahmt und im speienden Licht verblendet. Wer kann denn die Wahrheit der Nacht beim Lichte des Tages ertragen? Der Friedrich nicht mehr.
Hier bin ich, schwer abgeworfen, wie der billige Koffer eines pazifistischen Bibliophilen, der dem scheinheiligen Lande in Gottes Namen dienen muss. Voller Bücher bin ich, Errungenschaften anderer – und das Wissen der Welt, mehr habe ich nicht. Doch weiß ich eines nicht – den Weltschmerz in mir zu heilen. Oder den Ruf nach einer anderen Welt zu überhören. Fühl‘ sie, die kalten, schweren Füße, den Kallus an den harten Plastikrollen. Sie haben in diesen jungen Jahren scharfkantigsten Basalt überquert. Zerkratzt und aufgeschnitten, die Wunden heilen spärlich. Ich bin ein Schatz, wertlose, verschollene Lepta. Ein Schuldner, der Lebenskonzession versagt. Ein Gläubiger, à fonds perdu Ja, ich fühle mich schwer an diesem blauen Morgen. Wie die giftige Sonne auf meiner nachtblassen Haut. Wie der Kummer im blauen Herzen. Möge es der letzte Morgen sein, was ist schon eine Seele mehr oder weniger im seelenlosen Jammertal? Vor dir die Warnung, Poet. Nach dir die Sintflut, Poet, nach dir die Sintflut.
Sans rime ni raison. Der Vergängliche fordert die Ewigkeit heraus, weil es die Unmöglichkeit erlaubt und sein rotes Ziel den Hochmut verbrämt.