Verendend an Nostalgie

by s
In einer Welt, die vergisst und sich endlos erneuert,
Frühling für Frühling, Aufbruch nach Untergang, 
zerbricht die Seele mit jeder neuen Erinnerung ein wenig mehr. 
Ach, mein Herz durchlöchert bleierne Traurigkeit, 
wenn es an die leichte Jugend denkt -
und ihre lebhafte Kurzsichtigkeit. 
Als die Morgenröte für immer schien,
und der Genuss am Lachen messbar ausschlug,
das durch immergrüne Lichtung hallt. 
Als die Kreaturen der Träume, 
kaum als sie sich ihre Gesichter zu enthüllen trauten, 
wie warmer Dunst in Luft auflösten, 
und wie ich versuchte, sie hastig einzusaugen. Als speiendes Feuer aufgebrochen, 
kehre ich kalte Asche zurück zwischen die Zeiten des Täglichseins.
Ängstlich wie eine Spinne 
hangle ich mich nunmehr an den Kanten des Lebens entlang. 
Kante um Kante, lernte ich die Zufluchtsorte der Spinne kennen. 
Bis an den äußersten Rand, wo die Stunden des Schicksals am schnellsten in die Vergessenheit stürzen. 
Die alte Seite so ungreifbar, 
auf einem aufgebrochenen Kreis, ohne Mittelpunkt.
Wer die Weite dieser begrenzten Erde mit unendlicher Sorge belastet, 
der findet nichts, 
und hat hier nichts zu suchen.